Öffnen Sie ein KI-Suchtool, das Zitate zeigt (Perplexity, Microsoft Copilot oder Googles KI-Übersicht), fragen Sie, ob die spezifische Behauptung durch zuverlässige Quellen belegt wird, und lesen Sie dann mindestens eine der zitierten Quellen direkt. Der entscheidende Punkt: überprüfen Sie, wohin die KI verlinkt — akzeptieren Sie nicht einfach die Zusammenfassung.
Eine verdächtige Schlagzeile landet in Ihrem Feed. Ihr erster Impuls könnte sein, sie zu teilen — oder darüber zu streiten — bevor Sie irgendetwas überprüft haben. Dieser Ablauf gibt Ihnen eine Möglichkeit, in etwa 60 Sekunden nachzuprüfen, mit KI-Tools, auf die Sie wahrscheinlich bereits Zugriff haben.
Sie brauchen kein Konto, keine App und keine technischen Kenntnisse. Sie brauchen nur einen Browser.
Die genaue Behauptung isolieren
Bevor Sie irgendetwas überprüfen, machen Sie sich klar, was die Behauptung eigentlich ist. Schlagzeilen sind oft vage oder irreführend, selbst wenn der darunterliegende Artikel differenzierter ist.
Fragen Sie sich: Welche spezifische Tatsache müsste wahr sein, damit diese Schlagzeile zutreffend ist? Schreiben Sie sie auf oder kopieren Sie sie in die Zwischenablage. Eine Schlagzeile wie „Wissenschaftler sagen, Kaffee verursacht Krebs" würde eine spezifische Studie einer benannten Institution benötigen, um real zu sein. Das ist es, wonach Sie suchen — nicht die Schlagzeile selbst.
Ein KI-Suchtool öffnen, das Zitate zeigt
Standard-Chatbots wie ein einfaches ChatGPT-Fenster sind für Faktenchecks nicht ideal, weil sie nicht immer aus aktuellen Quellen schöpfen. Öffnen Sie stattdessen eines dieser Tools:
- Perplexity AI — kostenlos unter perplexity.ai, zeigt standardmäßig Inline-Zitate
- Microsoft Copilot — kostenlos unter copilot.microsoft.com, mit aktuellem Web verbunden
- Google KI-Übersicht — erscheint automatisch oben bei vielen Google-Suchen
Alle drei schöpfen aus aktuellen Web-Quellen und zeigen Ihnen, woher die Informationen stammen. Das unterscheidet sie von einem regulären Chatbot für diesen Zweck.
Eine spezifische Überprüfungsfrage stellen
Fügen Sie nicht einfach die Schlagzeile ein. Stellen Sie eine Frage, die die KI zwingt, Quellen zu finden. Ein zuverlässiger Prompt sieht so aus:
Stimmt es, dass [spezifische Behauptung]? Zeig mir, welche Nachrichtenportale oder offiziellen Quellen das bestätigen oder widerlegen.
Zum Beispiel:
Stimmt es, dass die EU Lebensmittelfarbstoff Rot 3 ab 2025 vollständig verboten hat?
Zeig mir, welche offiziellen Quellen oder großen Nachrichtenportale darüber berichtet haben.
Je spezifischer Ihre Frage, desto nützlicher die Antwort. Vermeiden Sie Ja/Nein-Fragen — Sie wollen Quellen, kein bloßes Urteil.
Die Zitate lesen, nicht nur die KI-Zusammenfassung
Dieser Schritt ist der wichtigste. Die KI-Zusammenfassung kann immer noch falsch oder unvollständig sein. Was zählt, sind die Quellen, auf die sie verlinkt.
Achten Sie auf Zitate von:
- Großen Zeitungen (Süddeutsche Zeitung, FAZ, Spiegel, AP, Reuters)
- Behördenwebseiten (.gov- oder .bund.de-Domains)
- Akademischen Institutionen (.edu oder Universitätsdomains)
- Etablierten Sendeanstalten (ARD, ZDF, BBC, NPR)
Wenn die Quellen alle von Seiten stammen, die Sie noch nie gesehen haben, oder wenn es gar keine Zitate gibt, behandeln Sie die Behauptung als unbestätigt — unabhängig davon, wie sicher die KI-Zusammenfassung klingt.
Mit einem vertrauenswürdigen Medium direkt gegenchecken
Öffnen Sie einen neuen Browser-Tab und suchen Sie die Behauptung auf einer Seite, der Sie bereits vertrauen. Eine zuverlässige Auswahl:
| Medium | Am besten für |
|---|---|
| AP News (apnews.com) | Aktuelle Nachrichten, national und international |
| Reuters (reuters.com) | Wirtschaft, internationale Nachrichten |
| dpa (dpa.com) | Deutsche und internationale Nachrichten |
| Correctiv (correctiv.org) | Faktencheck deutsch |
| Snopes (snopes.com) | Virale Behauptungen und Gerüchte |
| ARD-Faktenfinder (faktenfinder.tagesschau.de) | Deutsche Nachrichten und Politik |
Wenn keines dieser Medien eine Geschichte berichtet hat, die angeblich kürzlich passiert ist, ist das ein starkes Signal, vor dem Teilen innezuhalten.
Entscheiden und handeln
Nach Ihrer Prüfung haben Sie drei Optionen:
Es ist bestätigt — Teilen Sie, wenn Sie möchten; Sie könnten sogar erwähnen, dass Sie es überprüft haben.
Es ist nicht bestätigt — Teilen Sie nicht. Wenn ein Freund es bereits geteilt hat, ist eine private Nachricht mit Ihrer Erkenntnis meist gut aufgenommen.
Sie sind nicht sicher — Warten Sie. Eine echte Geschichte ist morgen immer noch real. Es kostet nichts zu warten; das Verbreiten falscher Informationen kostet etwas.
Wenn Sie die Geschichte in sozialen Medien gefunden haben, ermöglichen die meisten Plattformen das Melden unter einer Option wie „Falsche Informationen" oder „Irreführender Inhalt".
Was Sie als Nächstes ausprobieren können
Jetzt, da Sie einen schnellen Verifizierungsablauf haben, erklärt KI-generierte Falschnachrichten: Content-Farmen erkennen die umfassenderen Muster, auf die Sie achten sollten — damit Sie verdächtige Quellen erkennen, bevor Sie überhaupt klicken. Wenn Sie sich auch fragen, ob ein Text, den Sie lesen, KI-generiert statt menschlich geschrieben wurde, behandelt Wie man erkennt, ob ein Text KI-generiert ist die zuverlässigsten Merkmale.



